Anerkennung ausländischer Lizenz

DULV-Verfahrensregeln für den Erwerb der Lizenz für aerodynamisch gesteuerte UL durch Inhaber von EASA- bzw. ICAO-konformen Lizenzen

Grundsätzlich muss die EASA-/ICAO-Lizenz von staatlicher Stelle ausgestellt, Kopien müssen amtlich beglaubigt und ins Deutsche oder Englische übersetzt sein, soweit sie nicht auch auf englisch ausgestellt sind. Die Lizenz muss gültig sein. Bei unbefristet erteilten Lizenzen muss der Antragsteller nachweisen, dass er die mit der Lizenz verbundenen Rechte aktuell ausüben darf (Flugbuchkopien). Diese Unterlagen müssen dem DULV per Post vorliegen (keine E-Mail, kein Fax):

  • Ausbildungsmeldung
  • Original der gültigen Lizenz oder eine amtlich beglaubigte Kopie
  • Übersetzung der Lizenz ins Englische oder Deutsche
  • gültiges Tauglichkeitszeugnis (mindestens LAPL)
  • Ausbildungsnachweisheft im Original
  • ggf. Flugbuchkopien (bei unbefristet erteilten Lizenzen)

1. Inhaber ausländischer UL-Lizenzen

Die nationalen Unterschiede sind sehr groß und es greifen keine Abkommen nach ICAO.
Theorie: Die Theorieausbildung kann im Selbststudium erfolgen (z. B. mit DULV-Fragenkatalog / USB-Stick).
Theorieprüfung durch externen DULV-Prüfungsrat in allen Fächern (auch Flugfunk, s. unten).
Praxis (Inhaber einer ausländischen Lizenz strebt deutsche Lizenz derselben UL-Kategorie an) Gesamtstunden entspr. LuftPersV § 42. Alle Ausbildungsschritte gemäß DULV-Ausbildungsnachweisheft müssen beherrscht werden und im Ausbildungsnachweisheft dokumentiert sein. Bei entsprechendem Können darf der Ausbildungsleiter die Grundausbildung verkürzen. Die Sicherheits- und Überlandausbildung sind gemäß Ausbildungshandbuch und Ausbildungsnachweisheft durchzuführen.
Praxisprüfung durch externen DULV-Prüfungsrat entsprechend aktueller AHB-Fassung: www.dulv.de ->
Downloads -> Prüfungen/Flugschulen


2. Inhaber EASA-PPL oder LAPL (Motorflugzeugen oder Reisemotorsegler) sowie Inhaber einer österreichischen Dreiachser UL-Lizenz:

Ausbildung in einer DULV-anerkannten Flugschule für aerodyn. gest. UL
Theorie: Die Theorieausbildung und -prüfung beschränkt sich auf die Einweisung in die Fächer Technik,Verhalten in besonderen Fällen und Pyrotechnik.
Praxis: Keine Mindeststundenanzahl, aber alle Ausbildungsschritte gemäß Ausbildungsnachweisheft müssen beherrscht werden und dort dokumentiert sein.
Die Praxisprüfung kann nach Beauftragung durch den DULV vom Ausbildungsleiter abgenommen werden.


3. Inhaber von ICAO-konformen Lizenzen (Motorflugzeuge oder Reisemotorsegler)

Zusätzlich zu den unter 2. genannten Bedingungen muss die Theorieausbildung und -prüfung die Fächer Luftrecht und Flugfunk beinhalten. Die Theorie- und Praxisprüfung durch einen externen DULV-Prüfer für Ausbildung kann erst nach Beauftragung durch den DULV erfolgen.


4. Eintragung ausländischer Flugfunkzeugnisse in die UL-Lizenz

Wenn für ein national ausgestelltes ausländisches Flugfunkzeugnis keine Anerkennung durch die Bundesnetzagentur vorliegt (www.bundesnetzagentur.de), erfolgt der Lizenzeintrag
„Ausübung des Flugfunkdienstes nach § 44 LuftPersV“.
Von der Bundesnetzagentur als gleichwertig anerkannte ausländische Flugfunkzeugnisse werden nach Vorlage des Anerkennungsbescheides als BZF I oder BZF II eingetragen.
Allgemein gültige Flugfunkzeugnisse (AZF) werden als solche in die Lizenz eingetragen.