UL-Hubschrauber

Erprobungsprogramm für UL-Hubschrauber

Mit Schreiben vom 18.04. 2013 hatte das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) dem DULV und dem DAeC auf deren Antrag hin ein gemeinsames Erprobungsprogramm für UL-Helikopter gestattet.

Grundlage dieser Erprobungsgenehmigung an die Verbände ist die sogenannte "EASA-Basic-Regulation" (216/2008). Darin wird der Scope der EASA festgelegt. Aber auch die Ausnahme davon. Das heißt, es gibt im Anhang II eine Liste von Flugzeugen, in der alle die Flieger benannt werden, die weiterhin in nationaler Zuständigkeit der EU-Mitgliedstatten reguliert und behandelt werden. Das sind neben anderen auch die ULs, die unter die folgende Definition passen:

  • e) Flächenflugzeuge, Hubschrauber und Motorgleitschirme mit höchstens zwei Sitzen und einer von den Mitgliedstaaten erfassten höchstzulässigen Startmasse (MTOM) von nicht mehr als
  •           i) 300 kg im Fall von einsitzigen Landflugzeugen/-hubschraubern oder
  •          ii) 450 kg im Fall von zweisitzigen Landflugzeugen/-hubschraubern oder
  •          iii) 330 kg im Fall von einsitzigen Amphibienflugzeugen oder Schwimmerflugzeugen/-hubschraubern oder
  •          iv) 495 kg im Fall von zweisitzigen Amphibienflugzeugen oder Schwimmerflugzeugen/-hubschraubern, sofern sie für den Fall, dass sie sowohl als Schwimmerflugzeuge/-hubschrauber als auch als Landflugzeuge/-hubschrauber betrieben werden, jeweils beide MTOM-Grenzwerte nicht überschreiten;
  •        v) 472,5 kg im Fall von zweisitzigen Landflugzeugen mit an der Zelle montiertem Fallschirm-Gesamtrettungs-system;
  •       vi) 315 kg im Fall von einsitzigen Landflugzeugen mit an der Zelle montiertem Fallschirm-Gesamtrettungssystem
  • und, bei Flächenflugzeugen, mit einer Abreißgeschwindigkeit oder Mindestgeschwindigkeit im stationären Flug in Landekonfiguration von höchstens 35 Knoten CAS (Calibrated Air Speed — berichtigte Fluggeschwindigkeit); 
  • f) einsitzige und zweisitzige Tragschrauber mit einer höchstzulässigen Startmasse von nicht mehr als 560 kg;
  • g) Segel-und Gleitflugzeuge mit einer höchstzulässigen Leermasse von nicht mehr als 80 kg im Fall von einsitzigen bzw. 100 kg im Fall von zweisitzigen Flugzeugen, einschließlich fußstartfähiger Flugzeuge;

Wie gesagt, das ist der Rahmen, der es auch dem BMVBS ermöglicht hatte, den Verbänden dieses Erprobungsprogramm zu gestatten. Ohne das Wort Hubschrauber in dieser Verordnung wäre es auch nicht möglich gewesen, so ein Erprobungsprogramm in nationaler Zuständigkeit zu organisieren. Nun ging es darum Standards für eine nationale Regelung (in den deutschen Verordnungen) zu entwickeln. Diese beziehen sich auf die klassische Regelungs-Trias in der Luftfahrt:

  • Technik (Lufttüchtigkeits- sowie Bau- und Wartungs-/Instandhaltungsbestimmungen mussten übernommen/entworfen/angepasst werden)
  • Ausbildung (Ausbildungsrichtlinien mussten formuliert werden)
  •  Flugbetrieb (Standards für Flugplätze, Mischflugbetrieb etc. mussten beschrieben werden)

Am 25.11.2016 hat der Bundesrat der „Verordnung zur Änderung luftrechtlicher Bestimmungen zur Berücksichtigung von aerodynamisch gesteuerten Ultraleichthubschraubern“ zugestimmt. Damit konnten die Verbände DULV/DAeC mit der konkreten Umsetzung der Regularien beginnen.

Wesentliche Änderungen durch diese Änderungs-Verordnung:

  • Änderung der Luftverkehrs-Zulassungs-Ordnung (LuftVZO): Das Wort „Ultraleichthubschrauber“ wurde nach Ultraleichtflugzeuge eingefügt.
  • Änderung der Verordnung über Luftfahrtpersonal (LuftPersV): Im Wesentlichen wurde die Ausbildung von Führern für Ultraleichthubschrauber im § 42 eingefügt (Gesamtflugzeit von 40 Flugstunden mit Ultraleichthubschraubern).
  • Änderung der Verordnung über die Flugsicherungsausrüstung der Luftfahrzeuge (FSAV): Auch hier wurde nach dem Wort „Ultraleichtflugzeuge“ das Wort „Ultraleichthubschrauber“ eingefügt.
  • Änderung der Verordnung zur Prüfung von Luftfahrtgerät (LuftGerPV): Ebenfalls Einfügung des Wortes „Ultraleichthubschrauber“.
  • Änderung der Verordnung zur Beauftragung von Luftsportverbänden (BeauftrV): ditto
  • Änderung der Kostenverordnung der Luftfahrtverwaltung (LuftKostV): Last but not least wurde ebenso die Gebührentabelle um die Ultraleichthubschrauber erweitert.

In diesem Zuge wurden dann die Lufttüchtigkeitsforderungen für UL-Hubschrauber verabschiedet und publiziert (NfL 2-312-16 LTF-ULH).